In den Edelstahlwerken Schmees entsteht ein Kunstwerk für den neuen Obersten Gerichtshof.
Copitz. Horst Gläsker dreht noch eine Runde um die Europaletten mit den mannshohen Edelstahlvasen obenauf. Er nimmt einen fast zwei Meter langen Glasfiberstab, hält ihn senkrecht an eine der Vasen, kneift sein linkes Auge zusammen und schaut. Der Stab muss sich in der Vase genau senkrecht spiegeln, auf gar keinen Fall darf sein Bild verzerrt oder seitlich geknickt sein. Denn dann würde etwas mit dem Schliff nicht stimmen. „Sehr gut“, murmelt Gläsker. Der Künstler ist zufrieden.
Es sind ungewöhnliche Werkstücke, die auf dem Hof der Edelstahlwerke Schmees in Pirna-Copitz die Blicke auf sich ziehen: Zwei 1,80 Meter hohe, hochglanzpolierte Vasen aus gegossenem Edelstahl. Bestimmt sind sie nicht etwa für einen verrückten Floristen, der sie mit gigantischen Blumen bestücken will. Sie sollen vielmehr als Kunstwerke die neue Cité Judiciaire im Großherzogtum Luxemburg verschönern.
150 Konkurrenten
Deutschlands kleines Nachbarland hat sich gerade ein neues Justizzentrum gebaut. Auf dem Plateau du Saint-Esprit in Luxemburg, auf dem Grundriss einer historischen Festungsanlage, wurde im Oktober 2008 ein Verwaltungszentrum fertiggestellt, das die Justizstellen des Landes und der Stadt Luxemburg vereint.
Die Vasen, die nach Horst Gläskers Entwurf in den Pirnaer Edelstahlwerken gegossen und poliert wurden, sind ein Auftragswerk nach einem international ausgelobten Wettbewerb. Gläskers Entwurf hatte unter 150 Bewerbern den Zuschlag erhalten. Vier Edelstahlvasen werden in der Cité Judiciaire die Fassade des Obersten Gerichtshofes zieren, sie kommen in eigens dafür vorgesehene Wandnischen an dem Gebäude.
Die vier Elemente
Bisher sind zwei der Vasen fertiggestellt, die anderen beiden sollen Mitte Juli die Werkhallen bei Schmees verlassen. Bevor sie nach Luxemburg transportiert werden, bekommen sie eine transparente Lackierung, mit der der 61-jährige Künstler bereits jetzt experimentiert. Denn die Vasen stellen die vier Elemente dar, erläutert Horst Gläsker. Eine rote Vase steht für Feuer, eine türkisfarbene für Wasser, eine amberfarbene für die Erde und eine blaue für Luft. Komplettiert werden soll das Kunstwerk bis Ende August.
Die Luxemburger „Cité Judiciaire“ entstand nach Entwürfen der Berliner Architekten Leon und Rob Krier und Christoph Kohl. Für das Justizzentrum griffen sie den historischen Festungs-Grundriss des Heilig-Geist-Plateaus am Rande der Luxemburger Altstadt auf und entwarfen darauf ein modernes Stadtviertel. 2002 gab das Weltkulturerbe-Komitee der Unesco dem Projekt seine Zustimmung.
Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2505927
Zum speichern klicken Sie bitte mit der rechten Maustaste auf den Link und wählen "Ziel speichern unter..."
Pressebericht Sächsische Zeitung Online vom 08.07.2010
Dateityp: pdf, 100,4K, Letzte Änderung: 12.07.10, 21 downloads
Pressebericht Sächsische Zeitung (Print) vom 08.07.2010
Dateityp: pdf, 203,6K, Letzte Änderung: 10.08.10, 11 downloads